Cyber-Sicherheit so wichtig wie gute Bremsen

[Quelle: blick.ch, Martin A. Bartholdi]

Hacker sollen sich an Autos mit Steuergeräten von Continental die Zähne ausbeissen. Mit zwei Partnern entwickelt der Zulieferer Sicherheitssysteme, die Cyber-Angriffe verhindern, verstehen und darauf reagieren.

Autos werden immer mehr zu rollenden Computern. Die Mercedes A-Klasse verfügt sogar über eine künstliche Intelligenz (KI), die an Alexa von Amazon erinnert. Wir sagen nur: «Hey Mercedes, ich habe Hunger» – und schon schlägt uns das Navi Restaurants in der Nähe vor. Für solche Funktionen muss das Auto aber permanent mit dem Internet verbunden sein. Und das wiederum bietet kriminellen Hackern eine Angriffsfläche.

Firmen-Netzwerk gegen Netzwerk-Angriffe
Um Autos künftig effektiver vor solchen Angriffen zu schützen, spannt der deutsche Zulieferer Continental mit der eigenen Tochterfirma Argus Cyber Security aus Israel und dem auf Fahrzeuge spezialisierten deutschen Software-Unternehmen Elektrobit zusammen. «In vernetzten Autos ist die moderne Cyber-Sicherheit ein so grundlegendes Element wie die Bremsen», sagt Continentals Strategiechef Werner Köstler. Deshalb integriert Continental verschiedene Software- und Hardware-Lösungen von Argus und Elektrobit in allen künftigen Elektronikkomponenten und setzt dabei auf drei Säulen: Verhindern, verstehen, reagieren.

Schutz von Kernkomponenten im Fokus
Die drei Partner konzentrieren sich dabei auf den Schutz von drei Kernsystem im Auto. Erstens das besonders anfällige Multimediasystem: Über die Vernetzung mit dem Smartphone bietet es einen einfachen Zugang für kriminelle Hacker. Zweitens die Telematik: Hier kann grosser Schaden entstehen, weil sie beispielsweise auch Assistenzsysteme wie den adaptiven Tempomaten steuert. Drittens schützen Continental, Argus und Elektrobit das interne Netzwerk des Fahrzeuges. Die Sicherheitssysteme sorgen für sichere Kommunikation und Updates und verlangen eine Identifikation bei jedem Zugriff von ausserhalb.

Ganze Flotte mit Mausklick schützen
Die Schutzprogramme von Argus und Elektrobit sollen nicht nur, Cyber-Angriffe erkennen, sondern auch in Echtzeit darauf reagieren können. Eine Argus-Lösung ermöglicht es Autobauern sogar, die Cyber-Gesundheit all ihrer Fahrzeuge zu überwachen und flottenübergreifend zu analysieren. So könnten während eines Angriffs auf ein Auto, die restlichen Fahrzeuge mit Updates schon davor geschützt werden. Weitere Steuergeräte sind schon in der Entwicklung. In naher Zukunft will Continental auch Router und Server für Autos anbieten. Beide sollen schädliche Programme abfangen können, bevor sie ins Netzwerk des Autos gelangen.